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Wochenendtrip nach Healesville und die zweite Woche

Yee-Haah, Dorfleben und atemberaubende Landschaften

sunny 30 °C

Nach einer wenig ereignisreichen Woche, in der ich die Innenstadt und die Docklands Melbournes ein bisschen besser kennenlernte, Aldi fand und die Wohnung endlich wieder in einen bewohnbaren Zustand brachte, traf ich Locco am Freitag während der Mittagspause bei der Thrifty-Autovermietung, wo wir unseren Mietwagen abholten und ein kostenloses Update bekamen. Die Fahrt nach Hause war zwar sehr kurz, aber trotzdem nicht ohne, da es in Melbourne eine einzigartige, sehr umständliche Verkehrsregelung gibt: Wenn man rechts abbiegen will (nicht zu vergessen ist, dass man sich hier auf der linken Straßenseite befindet, da in Australien Linksverkehr herrscht), muss man sich LINKS einordnen, dann vor dem wartenden Verkehr dort warten, bis die Autos von hinten alle vorbeigefahren sind und wieder rot haben und dann abbiegen, bevor der Verkehr von rechts grün bekommt. Das Ganze nennt sich hook turn . Hört sich umständlich an, ist es auch.
Nachmittags packte ich unsere Sachen und das Auto und abends fuhren wir dann direkt nach Loccos Dienstschluss nach Healesville. Die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden, obwohl wir mitten in der Rushhour unterwegs waren, und war sehr angenehm. Healesville ist nordöstlich von Melbourne, ein kleiner Vorort, der etwa 70km entfernt ist. Allerdings merkt man von der Nähe zur Metropole kaum etwas, in Healesville scheint die Zeit stehengeblieben zu sein und es ist richtig ländlich. Healesville liegt mitten im Yarra Valley - der Yarra fließt auch hier an unserem Gebäude vorbei und dann direkt im Port Phillip ins Meer - und ist umgeben von Hügeln, auf denen Wein angebaut wird und Landwirtschaft betrieben wird.
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Wir fanden den Caravanpark ohne Probleme, bezogen unseren Bungalow und begrüßten Loccos Eltern, deren Wohnwagen nur etwa 10 Meter von uns entfernt stand.
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Der Caravanpark lag direkt an einem kleinen Bach und es gab unheimlich viele Vögel, zum Beispiel Ibisse und Kookaburras.
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Da ein hohes Feuerrisiko bestand, konnten wir nicht, wie geplant, ein traditionelles Aussie-BBQ machen und Loccos Mama hatte stattdessen Nudelauflauf gemacht. Wir saßen bis etwa 11 Uhr draußen, dann war ich so müde, dass ich fast im Sitzen einschlief und wir gingen schlafen.
Am nächsten Morgen war Loccos Geburtstag, der Grund für unseren Wochenendausflug. Natürlich gab es erstmal ein großes warmes Frühstück mit Ei, Speck und baked beans und dann großes (naja) Geschenkeauspacken. Am späten Vormittag machten wir uns los in die Dorfmitte und suchten die Pferderennbahn auf, allerdings waren noch knapp zwei Stunden Zeit bis zum ersten Rennen, weshalb wir erstmal Getränke und Stühle besorgten und dann noch in ein Café gingen. Schließlich fuhren wir zurück zur Rennbahn und parkten in der Mitte, nachdem wir Loccos Vater Laurie, der wegen kaputter Knie am Stock gehen muss, direkt am Eingang abgesetzt hatten. Wir fanden einen guten Platz im Schatten mit Bänken.
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Um uns herum waren lauter Gruppen von jungen Männern oder Frauen, die Junggesellenabschiede und Ähnliches feierten und teilweise ziemlich bescheuerte Kostüme anhatten. Überhaupt waren einige Bekloppte unterwegs.
Die Pferderennen waren interessant anzusehen, allerdings gab ich nach drei Rennen auf, auf die Pferde zu wetten, weil meine immer verloren. Im ersten Rennen gab mein Pferd sogar nach den ersten Metern auf. Was soll das denn? Ich verlor 13 Dollar, das reichte mir. Locco wettete und verlor einiges mehr, trank auch einiges und kombiniert mit den etwa 30 Grad im Schatten war er am Ende ziemlich gut drauf. Gegen fünf endete das letzte Rennen, wir gingen etwas früher und Loccos Mutter Noelene und ich wurden glatt in der Mitte der Rennbahn eingeschlossen, weil das letzte Rennen stattfand und die Tore geschlossen wurden, damit niemand die Rennbahn überqueren konnte. So sahen wir die Pferde aber sehr nah und unterhielten uns mit dem Freiwilligen, der uns einiges über Healesville und die Pferderennen erzählte. Wir fuhren nach Hause und legten uns eine Weile hin, machten uns dann fertig und fuhren wieder ins Dorf, um im Grand Hotel zu Abend zu essen.
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Einige der betrunkenen Junggesellen waren auch dort, weshalb es am Anfang sehr ungemütlich und laut war, glücklicherweise gingen sie aber bald. Wir aßen drinnen, das Essen war sehr gut und das Hotel so ein richtig traditioneller australischer Pub. Hotel heißt hier nicht unbedingt dasselbe wie bei uns, meistens sind es einfach Pubs. Später war Karaoke in der Bar des Hotels, was echt klasse war, einige tolle Sänger und kaum katastrophale. Erinnerte mich echt an die Stimmung im Irish Pub am Donnerstag abend. Nur "Kassel, ich komm aus diiiiiiir!" fehlte ;). Leider stritten Locco und ich uns ziemlich heftig, weil er wirklich sehr betrunken war, was kein schönes Ende des Tages war.
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Am Sonntag morgen frühstückten wir wieder bei Loccos Eltern, fuhren dann zum Markt, wo eine unglaubliche Menge Schrott feilgeboten wurde, es war echt kaum zu glauben, was diese Leute in ihren Kellern gefunden zu haben schienen. Im Anschluss fuhren wir trotz einer spontan am Morgen aufgetretenen Abneigung der männlichen Mitreisenden gegenüber alkoholischen Getränken zu einem wunderschönen gelegenen Weingut namens Long Gully.
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Locco und sein Vater hatten am Abend zuvor im Grand Hotel eine Flasche Rotwein dieses Weinguts getrunken und waren beeindruckt. Wir waren die einzigen Besucher und die Dame dort gab uns eine sehr interessante Einführung mit Kostproben.
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Im Anschluss fuhren wir durch einige kleine Dörfer und schließlich zu einer Milchfarm, wo wir frisches Brot, Frischkäse und Cracker kauften - mmmhh... Nach dem Mittagessen fuhren Locco und ich dann wieder zurück nach Melbourne.
Am Montag ging ich ein wenig in Melbourne spazieren, machte aber sonst nichts aufregendes.
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Loccos Eltern kamen am Dienstag nach Melbourne und sind seitdem auf dem Campingplatz in Coburg (der Stadtteil heißt tatsächlich so, außerdem gibt es auch noch ein Heidelberg in Melbourne). Am Mittwoch kam Loccos Vater sehr überraschend hier vorbei und wir gingen in die Innenstadt und verbrachten einige Zeit in der State Library. Nachmittags wollten er, Loccos Mama und seine Tante hier vorbeikommen, da sie alle in der Stadt waren, allerdings klappte dies dann doch nicht.
Für Donnerstag abend hatte ich ein Treffen mit ein paar Leuten aus dem StudiVZ organisiert. Locco hatte zuerst noch irgendein Seminar und ich traf in danach in einem Pub, von dem aus wir dann zum Federation Square liefen, wo wir uns in einem Pub namens Young & Jackson's mit den anderen treffen wollten. Der Pub ist sehr alt und war früher ein typischer Matrosenpub. Davon zeugt noch ein Bild, dass im ersten Stock hängt, und die nackte Chloe zeigt. Offenbar war es eine Tradition für Seefahrer, dort einzukehren und Chloe zu besichtigen.
Es kamen zwei Mädchen, Alina und Susanne, die beide unabhängig voneinander in Melbourne Praktika absolvieren, und wir hatten einen sehr lustigen Abend. Ein etwas schräger Engländer gesellte sich ungefragt zu uns und lud auch noch ein weiteres Mädchen ein, das alleine dort war, was ich zuerst etwas unangenehm fand, es ging aber dann doch. Hoffentlich kommen nächstes Mal ein paar mehr Leute, das nächste Treffen ist schon in Planung.
Am Freitag abend holte ich Locco von der Arbeit ab und da niemand mehr im Büro war, konnte ich die Aussicht aus dem 37. Stock des Rialto Towers richtig genießen.
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Danach gingen Locco und ich in einem tollen italienischen Restaurant in Lygon Street essen, das Matthew, Loccos Vorgesetzter, empfohlen hatte. ... Lygon Street ist eine Straße etwas außerhalb der Innenstadt, in der eine große italienische Gemeinschaft lebt und in der es unendlich viele Restaurants und Cafés gibt, unter auch das University Café, in dem die erste importierte italienische Kaffeemaschine Australiens in Betrieb genommen wurde. Das Restaurant, in dem wir aßen, war etwas weiter entfernt von den anderen und eigentlich ein Geschäft mit italienischen Delikatessen. Durch das Essen werden die Produkte, die dort verkauft werden und eigens importiert sind, vorgestellt. Das Essen war sehr gut und die Portionen riesig, allerdings auch nicht gerade billig. Locco trank eine ganze Flasche Wein, weil er keine angebrochene Flasche mitnehmen wollte. Die Bedienung war auch sehr freundlich und es war alles in allem ein sehr gelungener Abend.

Posted by butafly 13.03.2007 17:09 Archived in Round the World | Australia

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