Travel Blogs by Travellerspoint

Mar 07

Wilsons Promontory - der südlichste Zipfel Australiens

Wochenendtrip in den wunderschönen Nationalpark und die nächste Woche

rain 18 °C

Am Freitag, den 23. März holten Locco und ich nach Loccos Arbeit unseren Mietwagen von Hertz ab, packten das Auto voll und fuhren los. Gleich an der ersten Kreuzung nach unserer Parkplatzausfahrt verfuhren wir uns, weshalb wir für die ersten fünf Kilometer erstmal eine halbe Stunde brauchten, aber dann kauften wir eine Autokarte (so nützlich, die Dinger *g*) und danach ging es. Das Tolle war nur, dass es ungefähr nach der Hälfte der Strecke wie aus Kübeln anfing zu gießen und die ganze Nacht nicht mehr aufhörte. Prima für die vertrocknete Landschaft und die fast leeren Staudämme, aber blöd, wenn man ein Wochenende Urlaub machen will. Wir kamen also im Regen etwa eine Stunde später als geplant an, bezogen unseren Bungalow in Yanakie, einem Ort mitten im Nichts direkt vor den Toren des Nationalparks an der Shallow Inlet-Bucht, und gingen ins Bett. Morgens regnete es immer noch, gegen 10 Uhr wurde es dann besser und wir machten uns auf in den Nationalpark. Wir fuhren zu einem Parkplatz, von dem aus mehrere Wanderwege zu erreichen waren. Von der unbefestigte Seitenstraße dahin aus sahen wir aus nächster Nähe ein Emupärchen und eine große Herde grauer Kängurus, was echt toll war.
WilsonsPro..7_-_002.jpg
Wir parkten das Auto und liefen los zu einem Ausguck namens Vereker Outlook. Leider fing es alle zehn Minuten wieder an zu regnen und man sah meistens nicht viel außer Wolken, so dass wir oben ziemlich durchnässt und mit einem ziemlich angepissten Locco ankamen. Glücklicherweise hatte es gerade mal aufgehört zu regnen, so dass wir wenigstens ein bisschen die Aussicht genießen konnten.
WilsonsPro..7_-_024.jpg
Ironischerweise begann gerade dann, als wir wieder unten am Auto waren, die Sonne zu scheinen.
WilsonsPro..7_-_038.jpg
Wir fuhren zurück zum Campingplatz und trockneten erstmal unsere Kleidung und uns und wärmten uns auf, aßen etwas und fuhren dann am späten Nachmittag nochmal tiefer in den Nationalpark, aber Locco hatte wegen des blöden Wetters und seiner mittlerweile ziemlich wunden Füße keine Lust mehr, weshalb wir nur noch ein paar Strände und mit dem Auto erreichbare Ausblickspunkte anfuhren. Im Anschluss fuhren wir in den nahegelegenen Ort Foster (auf dem Weg sahen wir einen toten Wombat und Locco sah ein lebendiges Echidna, ich aber nicht, da ich gerade für ihn seine CD wechseln musste :( ) und aßen im dortigen Pub je eine Fischplatte mit frischem Fisch und Meeresfrüchten aus dem Shallow Inlet, allerdings war das meiste leider paniert, obwohl wir es anders bestellt hatten. Abends spielten wir ein Spionbrettspiel, ich gewann, haha, endlich Rache für all die Monopoly-Niederlagen meinerseits.
WilsonsPro..7_-_057.jpg
Am nächsten Morgen war das Wetter etwas besser, aber immer noch nicht toll. Wir fuhren nach Tidal River, den einzigen Ort im NP, der aber eigentlich nur aus Touristeninformation und einem wunderschönen Campingplatz besteht. Meine Eltern und ich hatten letztes Jahr versucht, daraufzukommen, aber die Plätze werden in den Sommermonaten schon lange im Voraus verlost, weshalb wir nicht in den Wilsons Prom fahren konnten.
WilsonsPro..7_-_071.jpg
Locco und ich gingen am Fluß spazieren und dann Richtung Küste, Locco streikte aber mal wieder und deshalb mussten wir leider umdrehen, weil er sich nicht mehr lange dort aufhalten wollte.
WilsonsPro..7_-_087.jpg
Wir fuhren noch ein paar schöne Ecken an und machten uns dann auf dem Heimweg. Zwischendurch besuchten wir noch Loccos Tante in ihrem Cornershop in Leongatha und aßen fish & chips in einem kleinen Ort direkt südlich von Melbourne. Außerdem sah ich nun endlich auch ein Echidna, Locco entdeckte es direkt neben der Straße, leider jagte es ein Idiot vor uns ins Gebüsch.
WilsonsPro..7_-_135.jpg
Dann gingen wir noch Einkaufen und mussten schließlich richtig hetzen, um das Auto noch pünktlich abzugeben, ich glaube, wir hatten noch drei oder vier Minuten, als wir dort ankamen. Insgesamt war es ein sehr schönes Wochenende, wir verstanden uns sehr gut, auch wenn wir leider etwas unterschiedliche Vorstellungen hatten.
In der Woche darauf passierte nicht viel, Dienstag guckten wir Borat (endlich auf DVD!) am Mittwoch war ich in den Docklands unterwegs und guckte mir die ganzen Kunstwerke an, Donnerstag war ich im Melbourne Museum, was echt interessant war, besonders die Ausstellung der "besonderen Lernleistungen" einiger Schüler der 12. Klasse verschiedener Melbourner Schulen, die Mode, Fotografie, Möbeldesign und vieles mehr beinhaltete. Außerdem sah ich den ausgestopften Phar Lap, das berühmteste australische Rennpferd aller Zeiten. Leider reichte die Zeit nicht, um alles zu sehen, aber ich kam umsonst rein, obwohl ich eigentlich hätte zahlen müssen. :)
Donnerstag abend war mal wieder ein StudiVZ-Treffen im Young & Jacksons (wir kommen von diesem Pub einfach nicht weg, obwohl er nichts besonderes ist), dieses Mal waren um die 20 Leute da, kein Witz, echt der Hammer, wie viele gekommen sind. Hatte viele nette Unterhaltungen und alles in allem einen sehr coolen Abend. Diesen Donnerstag ist das nächste Treffen, schade, dass ich bald fahre, ist ein cooler Stammtisch, hoffentlich bleibt es so.
Freitag gingen Locco und ich zum Saisonauftakt der Australian Football League - der Sport nennt sich auch Australian Rules oder einfach footy und wird nur in Australien, ja sogar fast nur in Victoria gespielt, deshalb sind hier auch alle völlige AFL-Fanatiker, jedenfalls spielten St Kilda gegen Melbourne (also die Innenstadt), erst war ich für Melbourne, aber St Kilda spielte dann doch besser und gewann haushoch. Das Spiel geht vier mal dreißig Minuten und zieht sich etwas, wenn man nicht so daran interessiert ist, aber die Atmosphäre war super.
AFLMelbour..7_-_001.jpg
Am Samstag gingen wir in den Fitnessraum, lernten und machten einen langen Spaziergang nach Port Melbourne. Am Sonntag machten wir auch nicht viel, wir wollten eigentlich eine Brauerei besichtigen, die hatte aber leider doch nur Montag bis Freitag auf. Abends wollten wir eigentlich in ein kroatisches Restaurant gehen, aber dort angekommen hatte es leider zu, weshalb Locco dann eins seiner berühmten Locco-Curries machte, was mindestens genauso gut war.
Was komplett anderes, ich glaube nicht, dass ich es hier schon erwähnt habe, ich werde am 23. April Stammzellen für einen Leukämiekranken spenden, bin seit etwa drei Jahren registriert und wurde vor zwei Monaten deshalb angeschrieben, kann euch alle nur bitten, euch auch zu registrieren, vielleicht könnt ihr einem Menschen das Leben retten, für euch besteht kaum ein Risiko.
Liebe Grüße aus dem winterlichen Melbourne, Leonie

Posted by butafly 29.03.2007 09:49 Archived in Round the World | Australia Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

2 Wochenenden - Märkte, Formel 1, Schwimmweltmeisterschaft

sunny 27 °C

Am Samstag gingen wir mal wieder zu den Queen Victoria Markets. Wir nahmen die kostenlose City Circle Tram in die Innenstadt, die direkt hier auf der anderen Seite des Yarra Rivers hält und gingen zuerst zu Aldi, wo wir die Grundlagen einkauften, und dann zu den Markets, wo wir viel frisches Obst und Gemüse sowie Krabben und Fischfilets für das Abendessen, zu dem wir Loccos Eltern eingeladen hatten, einkauften.
Nachdem wir unsere Einkäufe nach Hause geschafft hatten, relaxten wir ein wenig, Locco lernte für seine Versicherungskurse, und wir fingen dann an, das Essen vorzubereiten. Es gab einen Mango-Avocado-Krabben-Salat als Vorspeise und Fisch-Tomaten-Zucchini-Gratin mit Reis als Hauptgericht. Lecker lecker lecker...
Loccos Eltern übernachteten bei uns, da der Campingplatz ziemlich weit weg ist, und am nächsten Morgen gingen wir nach dem Frühstück alle zusammen zu den Sunday Arts Markets in der Nähe des Federation Square.
MoombahFes..7_-_010.jpg
Der Markt war sehr schön, es gab viele handgemachte Dinge und Künstlerisches, ich kaufte aber nur ein paar Koala-Ohrringe aus Holz. Da am Wochenende das Moombah-Festival, ein Wassersommerfest, in Melbourne stattfand, waren unglaublich viele Leute unterwegs.
MoombahFes..7_-_024.jpg
LangesWoch..7_-_003.jpg
Wir guckten eine Weile zu, wie "bird men" von einer Bühne sprangen und versuchten, mit ihren selbstgebauten Flugobjekten zu fliegen. Die meisten fielen direkt ins Wasser, was sehr dreckig und verschmutzt sein soll, trotzdem war es lustig. Danach liefen wir über den Fed Square in die Stadt und fuhren mit der Straßenbahn zu den Docklands, wo wir in einem kambodschanischen Restaurant zu Mittag aßen. Mein Gericht schmeckte mir überhaupt nicht, die anderen waren aber zufrieden. Danach guckten wir uns ein paar der dort stattfindenden Moombah-Events an, aßen Eis und liefen dann nach Hause.
MoombahFes..7_-_005.jpg
Montag war ein Feiertag (Tag der Arbeit) und Locco hatte frei, leider wollte er aber unbedingt mit seinem Vater in eine Autoshow, weshalb ich mich mit seiner Mutter in einem DFO - Direct Factory Outlet traf, wo alle großen Kleidungsgeschäfte ihre Restposten sehr günstig verkaufen und ich erstmal ausgiebig shoppen ging.
Im Anschluss trafen wir Locco und seinen Vater in einem Irish Pub in der Nähe des Crown Casino, liefen noch durch das Casino, weil dort normalerweise ein toller Wasserfall im Gebäude sein soll, allerdings war gerade eine Ferrari-Ausstellung, die wir uns dann stattdessen ansahen.
Am Dienstag sollte ich eigentlich hier im Haus im Fitnessraum eingewiesen werden, das klappte dann aber doch nicht und ich ging stattdessen im Pool schwimmen und relaxte danach im Whirlpool – alles hier im Haus. Am Mittwoch machte ich dasselbe und ging dann mal wieder nach Port Melbourne spazieren und einkaufen. Am Donnerstag hatte ich dann meine Einweisung im Fitnessraum und James, der Personal Trainer dort, zeigte mir eine Trainingsroutine und erklärte mir verschiedene Übungen. Danach begann ich mit dem Training und traf mich dann am Nachmittag mit Alina in der Stadt, wo wir ein bisschen spazieren gingen und uns dann in ein Café direkt am Fluss setzten. Später gingen wir dann ein bisschen durch die Straßen und holten schließlich Locco von der Arbeit ab und tranken noch was im Waterside Hotel.
Nachmittag..7_-_006.jpg
Freitag ging ich auch wieder in den Fitnessraum und danach schwimmen.
Samstag machten wir absolut gar nichts, gingen nur in den Fitnessraum, Locco lernte für seine Versicherungskurse und ich machte ein bisschen was für DaF, eigentlich wollten wir zum St Patricks Day, waren aber doch zu faul.
Sonntag trafen wir uns am frühen Morgen mit Loccos Eltern in der Stadt, Locco und sein Vater fuhren dann zum Grand Prix Formel 1 Rennen im Albert Park und seine Mutter und ich nach St Kilda zum Sonntagsmarkt. Wir sahen uns ein wenig um, gingen dann durch die Haupteinkaufsstraße von St Kilda, wo es ganz viele tolle Kuchenläden gibt, liefen dann ein wenig am Strand entlang und kamen schließlich zum Pier, wo gerade das 5km Schwimmen im offenen Wasser der Schwimmweltmeisterschaft ausgetragen wurde.
StKildaMar..7_-_051.jpg
StKildaMar..7_-_004.jpg
Wir guckten uns einen Teil des Schwimmens der Männer an, sahen einen Pinguin, der sich wohl verirrt hatte und einfach so unterm Pier herumschwamm, das deutsche Schwimmteam und ARD- und ZDF-Kamerateams und die verschiedenen Flugschaus, die wegen der Formel 1 stattfanden.
zuHause15-..7_-_007.jpg
Da meine Batterien leer waren, liefen wir zurück, um welche zu kaufen und trennten uns dann, weil ich noch ein paar Fotos machen wollte. Ich war bei der Siegerehrung dabei, ein Deutscher hatte Gold gewonnen, was echt cool war.
StKildaMar..7_-_038.jpg
Danach aßen wir einen echten australischen Burger (ohne, dass was rausfiel - Rekord!) und gingen dann langsam zurück und trafen Locco und seinen Vater im Waterside Hotel. Die beiden hatten total gute Plätze an der Rennbahn gehabt, weil Loccos Vater wegen seiner Knieverletzung einen Behindertenausweis hat. Werde demnächst eines seiner Videos hochladen.
Weiss nicht mehr, was ich Montag und Dienstag gemacht habe, ist schon so lange her. Mittwoch war jedenfalls mal wieder ein StudiVZ-Treffen, was sehr lustig war, es kamen acht Leute, eine sehr nette Runde.
StudiVZTre..7_-_001.jpg
Eines der Mädchen, Johanna, ist in einer ähnlichen Beziehung wie ich, sie hat aber das Glück, hier ihre Ausbildung machen zu können, trotzdem war es nett, sich mit einem Leidensgenossen austauschen zu können.
Am Freitag traf ich Locco und seine Eltern zum Mittagessen in einem netten kleine Café auf der Collins Street. Danach gingen fieberhaft die Reisevorbereitungen für unser gemeinsames Wochenende im Wilsons Promontory los...
Übrigens stellt sich heraus, dass der Computer doch nicht im Arsch ist, sondern nur eine Macke hat, und dass er doch ab und zu funktioniert, wenn er gerade Lust hat. Also gibt es jetzt vielleicht doch regelmäßigere Einträge.

Posted by butafly 26.03.2007 16:30 Archived in Round the World | Australia Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Computercrash

sunny 25 °C

Leider ist Loccos Computer mal wieder komplett im Arsch, ich vermute einen Festplattencrash, was nicht das erste Mal waere, letztes Mal verlor ich meine gesamten Fotos, die ich bis dato gemacht hatte. Dieses Mal war ich etwas schlauer und habe sie auf meinen USB-Stick gezogen, so dass mir im schlimmsten Fall nur ein Blogeintrag verloren geht. Im Moment habe ich den Computer von der zweiten Festplatte gebootet, was funktioniert, er meldet aber, dass keine weitere Festplatte existiert, etwas beunruhigend. Jedenfalls muss der Computer wahrscheinlich sehr bald erstmal fuer laengere Zeit in Reparatur, also koennte es etwas dauern, bis der naechste Eintrag online ist.
Um benachrichtigt zu werden, tragt oben rechts unter 'subscribe' eure e-mail-Adresse ein, dann kriegt ihr Bescheid, sobald es Neues gibt. Liebe Gruesse, Leonie

Posted by butafly 21.03.2007 16:11 Archived in Round the World | Australia Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Wochenendtrip nach Healesville und die zweite Woche

Yee-Haah, Dorfleben und atemberaubende Landschaften

sunny 30 °C

Nach einer wenig ereignisreichen Woche, in der ich die Innenstadt und die Docklands Melbournes ein bisschen besser kennenlernte, Aldi fand und die Wohnung endlich wieder in einen bewohnbaren Zustand brachte, traf ich Locco am Freitag während der Mittagspause bei der Thrifty-Autovermietung, wo wir unseren Mietwagen abholten und ein kostenloses Update bekamen. Die Fahrt nach Hause war zwar sehr kurz, aber trotzdem nicht ohne, da es in Melbourne eine einzigartige, sehr umständliche Verkehrsregelung gibt: Wenn man rechts abbiegen will (nicht zu vergessen ist, dass man sich hier auf der linken Straßenseite befindet, da in Australien Linksverkehr herrscht), muss man sich LINKS einordnen, dann vor dem wartenden Verkehr dort warten, bis die Autos von hinten alle vorbeigefahren sind und wieder rot haben und dann abbiegen, bevor der Verkehr von rechts grün bekommt. Das Ganze nennt sich hook turn . Hört sich umständlich an, ist es auch.
Nachmittags packte ich unsere Sachen und das Auto und abends fuhren wir dann direkt nach Loccos Dienstschluss nach Healesville. Die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden, obwohl wir mitten in der Rushhour unterwegs waren, und war sehr angenehm. Healesville ist nordöstlich von Melbourne, ein kleiner Vorort, der etwa 70km entfernt ist. Allerdings merkt man von der Nähe zur Metropole kaum etwas, in Healesville scheint die Zeit stehengeblieben zu sein und es ist richtig ländlich. Healesville liegt mitten im Yarra Valley - der Yarra fließt auch hier an unserem Gebäude vorbei und dann direkt im Port Phillip ins Meer - und ist umgeben von Hügeln, auf denen Wein angebaut wird und Landwirtschaft betrieben wird.
Healesvill..7_-_092.jpg
Wir fanden den Caravanpark ohne Probleme, bezogen unseren Bungalow und begrüßten Loccos Eltern, deren Wohnwagen nur etwa 10 Meter von uns entfernt stand.
Healesvill..7_-_036.jpg
Der Caravanpark lag direkt an einem kleinen Bach und es gab unheimlich viele Vögel, zum Beispiel Ibisse und Kookaburras.
Healesvill..7_-_046.jpg
Healesvill..7_-_047.jpg
Da ein hohes Feuerrisiko bestand, konnten wir nicht, wie geplant, ein traditionelles Aussie-BBQ machen und Loccos Mama hatte stattdessen Nudelauflauf gemacht. Wir saßen bis etwa 11 Uhr draußen, dann war ich so müde, dass ich fast im Sitzen einschlief und wir gingen schlafen.
Am nächsten Morgen war Loccos Geburtstag, der Grund für unseren Wochenendausflug. Natürlich gab es erstmal ein großes warmes Frühstück mit Ei, Speck und baked beans und dann großes (naja) Geschenkeauspacken. Am späten Vormittag machten wir uns los in die Dorfmitte und suchten die Pferderennbahn auf, allerdings waren noch knapp zwei Stunden Zeit bis zum ersten Rennen, weshalb wir erstmal Getränke und Stühle besorgten und dann noch in ein Café gingen. Schließlich fuhren wir zurück zur Rennbahn und parkten in der Mitte, nachdem wir Loccos Vater Laurie, der wegen kaputter Knie am Stock gehen muss, direkt am Eingang abgesetzt hatten. Wir fanden einen guten Platz im Schatten mit Bänken.
Healesvill..7_-_011.jpg
Um uns herum waren lauter Gruppen von jungen Männern oder Frauen, die Junggesellenabschiede und Ähnliches feierten und teilweise ziemlich bescheuerte Kostüme anhatten. Überhaupt waren einige Bekloppte unterwegs.
Die Pferderennen waren interessant anzusehen, allerdings gab ich nach drei Rennen auf, auf die Pferde zu wetten, weil meine immer verloren. Im ersten Rennen gab mein Pferd sogar nach den ersten Metern auf. Was soll das denn? Ich verlor 13 Dollar, das reichte mir. Locco wettete und verlor einiges mehr, trank auch einiges und kombiniert mit den etwa 30 Grad im Schatten war er am Ende ziemlich gut drauf. Gegen fünf endete das letzte Rennen, wir gingen etwas früher und Loccos Mutter Noelene und ich wurden glatt in der Mitte der Rennbahn eingeschlossen, weil das letzte Rennen stattfand und die Tore geschlossen wurden, damit niemand die Rennbahn überqueren konnte. So sahen wir die Pferde aber sehr nah und unterhielten uns mit dem Freiwilligen, der uns einiges über Healesville und die Pferderennen erzählte. Wir fuhren nach Hause und legten uns eine Weile hin, machten uns dann fertig und fuhren wieder ins Dorf, um im Grand Hotel zu Abend zu essen.
Healesvill..7_-_028.jpg
Einige der betrunkenen Junggesellen waren auch dort, weshalb es am Anfang sehr ungemütlich und laut war, glücklicherweise gingen sie aber bald. Wir aßen drinnen, das Essen war sehr gut und das Hotel so ein richtig traditioneller australischer Pub. Hotel heißt hier nicht unbedingt dasselbe wie bei uns, meistens sind es einfach Pubs. Später war Karaoke in der Bar des Hotels, was echt klasse war, einige tolle Sänger und kaum katastrophale. Erinnerte mich echt an die Stimmung im Irish Pub am Donnerstag abend. Nur "Kassel, ich komm aus diiiiiiir!" fehlte ;). Leider stritten Locco und ich uns ziemlich heftig, weil er wirklich sehr betrunken war, was kein schönes Ende des Tages war.
Healesvill..7_-_081.jpg
Am Sonntag morgen frühstückten wir wieder bei Loccos Eltern, fuhren dann zum Markt, wo eine unglaubliche Menge Schrott feilgeboten wurde, es war echt kaum zu glauben, was diese Leute in ihren Kellern gefunden zu haben schienen. Im Anschluss fuhren wir trotz einer spontan am Morgen aufgetretenen Abneigung der männlichen Mitreisenden gegenüber alkoholischen Getränken zu einem wunderschönen gelegenen Weingut namens Long Gully.
Healesvill..7_-_057.jpg
Locco und sein Vater hatten am Abend zuvor im Grand Hotel eine Flasche Rotwein dieses Weinguts getrunken und waren beeindruckt. Wir waren die einzigen Besucher und die Dame dort gab uns eine sehr interessante Einführung mit Kostproben.
Healesvill..7_-_060.jpg
Im Anschluss fuhren wir durch einige kleine Dörfer und schließlich zu einer Milchfarm, wo wir frisches Brot, Frischkäse und Cracker kauften - mmmhh... Nach dem Mittagessen fuhren Locco und ich dann wieder zurück nach Melbourne.
Am Montag ging ich ein wenig in Melbourne spazieren, machte aber sonst nichts aufregendes.
Marvellous..307_003.jpg
Loccos Eltern kamen am Dienstag nach Melbourne und sind seitdem auf dem Campingplatz in Coburg (der Stadtteil heißt tatsächlich so, außerdem gibt es auch noch ein Heidelberg in Melbourne). Am Mittwoch kam Loccos Vater sehr überraschend hier vorbei und wir gingen in die Innenstadt und verbrachten einige Zeit in der State Library. Nachmittags wollten er, Loccos Mama und seine Tante hier vorbeikommen, da sie alle in der Stadt waren, allerdings klappte dies dann doch nicht.
Für Donnerstag abend hatte ich ein Treffen mit ein paar Leuten aus dem StudiVZ organisiert. Locco hatte zuerst noch irgendein Seminar und ich traf in danach in einem Pub, von dem aus wir dann zum Federation Square liefen, wo wir uns in einem Pub namens Young & Jackson's mit den anderen treffen wollten. Der Pub ist sehr alt und war früher ein typischer Matrosenpub. Davon zeugt noch ein Bild, dass im ersten Stock hängt, und die nackte Chloe zeigt. Offenbar war es eine Tradition für Seefahrer, dort einzukehren und Chloe zu besichtigen.
Es kamen zwei Mädchen, Alina und Susanne, die beide unabhängig voneinander in Melbourne Praktika absolvieren, und wir hatten einen sehr lustigen Abend. Ein etwas schräger Engländer gesellte sich ungefragt zu uns und lud auch noch ein weiteres Mädchen ein, das alleine dort war, was ich zuerst etwas unangenehm fand, es ging aber dann doch. Hoffentlich kommen nächstes Mal ein paar mehr Leute, das nächste Treffen ist schon in Planung.
Am Freitag abend holte ich Locco von der Arbeit ab und da niemand mehr im Büro war, konnte ich die Aussicht aus dem 37. Stock des Rialto Towers richtig genießen.
Melbournea..307_006.jpg
Melbournea..307_001.jpg
Danach gingen Locco und ich in einem tollen italienischen Restaurant in Lygon Street essen, das Matthew, Loccos Vorgesetzter, empfohlen hatte. ... Lygon Street ist eine Straße etwas außerhalb der Innenstadt, in der eine große italienische Gemeinschaft lebt und in der es unendlich viele Restaurants und Cafés gibt, unter auch das University Café, in dem die erste importierte italienische Kaffeemaschine Australiens in Betrieb genommen wurde. Das Restaurant, in dem wir aßen, war etwas weiter entfernt von den anderen und eigentlich ein Geschäft mit italienischen Delikatessen. Durch das Essen werden die Produkte, die dort verkauft werden und eigens importiert sind, vorgestellt. Das Essen war sehr gut und die Portionen riesig, allerdings auch nicht gerade billig. Locco trank eine ganze Flasche Wein, weil er keine angebrochene Flasche mitnehmen wollte. Die Bedienung war auch sehr freundlich und es war alles in allem ein sehr gelungener Abend.

Posted by butafly 13.03.2007 17:09 Archived in Round the World | Australia Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

(Entries 1 - 4 of 4) Page [1]